Bis vor Kurzem konnte ich nicht anders, als einen Athleten mit Fersenaufsatz anzusprechen und ihn zu ermutigen, die Art zu ändern, wie er den Fuß aufsetzt. Aber ist das am Ende wirklich für jeden Läufer nötig?
Die Frage nach Fersen- gegenüber Mittelfußaufsatz wird seit Jahren diskutiert. Wäre es aber nicht besser, eine andere Frage zu stellen, etwa: „Liegt der Fuß korrekt unterhalb des Körperschwerpunkts?“
Der Körperschwerpunkt: Wo befindet er sich?
Oft heißt es, er liege am Bauchnabel, doch das ist nicht ganz richtig. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt bei Männern und Frauen in unterschiedlicher Höhe. Bei Männern befindet er sich bei 57 % der Körpergröße von den Fußsohlen aus gemessen, bei Frauen bei etwa 53 % der Körpergröße. (Magazin Science et Vie). Je nach ausgeführter Bewegung wird die Kenntnis der Lage des Schwerpunkts zu einem entscheidenden Faktor, um den Stabilitätspunkt eines Objekts oder einer Person zu bestimmen.
Was ist der ideale Laufschritt?
Ein idealer Laufschritt lässt sich als der effiziente Schritt beschreiben, der es einer Person ermöglicht, mit minimalem Kraftaufwand lange zu laufen. Je mehr Energie in die Vorwärtsbewegung übertragen wird, desto weniger muss man auf seine Reserven zurückgreifen, um den Effizienzverlust auszugleichen (Véronique Champagne).

Da wir keine Roboter sind, hängt der Laufschritt von mehreren Faktoren ab, die bei der Untersuchung oder Analyse des Schritts interessant zu berücksichtigen sind. Wir führen alle unterschiedliche Lebensweisen: den ganzen Tag im Stehen oder im Sitzen arbeiten, Laufanfänger oder erfahrene Läufer, Menschen mit früheren Verletzungen oder ohne Verletzungen, Frauen nach Spontangeburt oder Kaiserschnitt usw. usw. usw. All diese Faktoren führen bei verschiedenen Menschen zu einer unterschiedlichen Haltung und sollten berücksichtigt werden, um negative Auswirkungen zu vermeiden.
Trotzdem ermöglicht der Laufschritt für alle eine Rückgewinnung von Energie und treibt den Körper bei jedem Bodenkontakt wie ein Katapult nach vorn. Wenn Sie an der Startlinie eines Marathons stehen, ist es vorzuziehen, so viel Energie wie möglich zu sparen, um die Ziellinie ohne Verletzung oder Schmerzen und ohne direkte negative Auswirkung auf Ihre Leistung zu sehen. Außerdem sorgt ein idealer Laufschritt, eine ideale Haltung ohne unnötige Rotation oder Schwingen des Oberkörpers, zweifellos für deutlich angenehmere Laufeinheiten.
Wettkampftempo: Wie läuft man am effizientesten?
Um die eigene Lauftechnik zu verbessern, sollte die Zahl der Schritte pro Minute nahe bei 180 liegen (+/- 10 Schritte pro Minute). Diese Schrittfrequenz bestimmt auch den Zyklus von vorderem und hinterem Bein. Tatsächlich verhindern kleine, sehr dicht beieinanderliegende Schritte einen „vollständigen“ Beinzyklus, weil das hintere Bein nicht genug Zeit hat, hoch genug unter das Gesäß zu steigen. Zu große Schritte hingegen führen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem ungünstigen Fersenaufsatz, weil dieser zu weit vor dem Körperschwerpunkt liegt.

Fersenaufsatz unterhalb des Körperschwerpunkts: Sollte man ihn ändern?
Beim Laufen wird der Fuß am Boden natürlich von vielen Wissenschaftlern genau beobachtet, um den perfekten Laufschritt zu bestimmen. Halten Sie Eliud Kipchoge (Marathon-Weltrekordhalter) oder Usain Bolt (100-m-Weltrekordhalter) für perfekte Beispiele und Vorbilder? Jeder Läufer ist anders, daher ist es bei einer Analyse wesentlich, den Läufer von Kopf bis Fuß zu betrachten und nicht einzelne Körpersegmente.
Aus meiner persönlichen Sicht ist es nicht nötig, einen Fersenaufsatz zu ändern, wenn er korrekt unter dem Körperschwerpunkt liegt, da die Energierückgewinnung dann gegeben ist.

Fersenaufsatz vor dem Körperschwerpunkt: Was kann er verursachen?
Beim Laufen sind wir uns alle einig, dass das Ziel ist, vorwärts zu kommen und nicht rückwärts ;) Stellen Sie sich also einen Moment vor, Sie stoßen bei jedem Schritt gegen ein Hindernis. Es würde Sie nicht nur ausbremsen und Ihre Energiereserven anzapfen, sondern auch Ihren Körper nach hinten drücken und zu zahlreichen Verletzungen in der sogenannten aufsteigenden Kette führen (also Knie, Hüfte, Rücken oder sogar Halswirbelsäule). Genau das passiert bei einem Läufer, dessen Laufschritt einen Fersenaufsatz vor dem Körperschwerpunkt aufweist. In diesem Fall ist es unerlässlich, an Ihrem Laufschritt zu arbeiten und die Fußplatzierung am Boden zu verändern.

Fazit
Bevor Sie ändern, wie Sie laufen, ist es unerlässlich, Ihren Laufschritt mithilfe eines Videosystems zu untersuchen, um nur bestimmte Punkte zu verändern. Mit einem Trainer zu arbeiten, der Sie beobachtet und Ihnen Ratschläge gibt, ist großartig, aber es ist auch wichtig, sich selbst in Aktion zu sehen, um eine spätere Veränderung zu erleichtern. Diese Videoanalyse ist im Store über die Ochy App verfügbar.